Wer behauptet glücklich zu sein, kann Recht haben.
Wer lacht, ist wahrscheinlich glücklich. Muss aber nicht sein.
Wer glücklich ist, muss nicht zwangsläufig lachen.
Wer gern singt, singt nicht unbedingt gut.
Wer reden kann, hat was zu sagen. Oder nicht?
Wer gern trinkt, ist alkoholabhängig.
Vielleicht aber auch nicht.
Wer jeden Morgen aufsteht und sein Tagwerk verrichtet ist mutig. Wer liegen bleibt auch.
Wer trotzdem lacht hat wirklich Humor.
Absurd ist, zu denken alles erklären zu können.
Absurd ist, zu denken alles verstehen zu müssen.
Zum Beispiel.

Wer glücklich ist, stirbt auch.
Leben auf Augenhöhe mit dem Tod ist keine Saisonarbeit.
Einen Moment lang Ewigkeit (reicht),
Die Wahrheit ist zwei Finger breit
hier im Endziel Glückseligkeit! (Raum mit Ankermöglichkeit)

P.S. Alles wird gut!

Die ewige Suche nach dem Glück. Nach dem Sinn unserer Existenz. Eine Frage, die nicht ausleiert, sich nicht abnutzt. Die wiederkehrt. Hartnäckig, penetrant, absurd. „Nie wird der Graben zu füllen sein zwischen der Gewissheit meiner Existenz und dem Inhalt, den ich dieser Existenz zu geben versuche.“ (Albert Camus, Der Mythos des Sisyphos).

“Die Widersprüche sind unsere Hoffnung” (Brecht).

In dieser Arbeit geht es um den Widerspruch zwischen der Nutzlosigkeit allen Schaffens, sowie das Ringen um dessen einzigartige Bedeutung. Zum Beispiel. Es gibt sehr erfolgreiche und tüchtige Menschen. Es gibt Menschen, die tun gar nichts, weil sie keine Kraft haben. Es gibt Menschen, an deren Ende des Tunnels wartet kein Licht. Es gibt die Möglichkeit sich umzubringen, an eine höhere Macht zu glauben (Gott) oder zu revoltieren, in dem ich mir der Absurdität bewusst bin und die tägliche Anstrengung unternehme mein Herz, meinen Verstand und meine Leidenschaft zu nutzen um mit Hilfe der Kunst nicht an der Wahrheit zugrunde zu gehen. „Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen.“ (nochmal Camus)

Ein Kreisverkehr (ohne Teufel) (oder Gott). Projektionen von Figuren. Allein, in einer Familie, einer Kindergruppe. Sie sitzen und essen Klops. Irgendwann treffen sich alle an „Mutters Brust“. Sich der Erbärmlichkeit und Sinnlosigkeit unserer Existenz bewusst zu werden macht Angst und braucht Mut. Außerdem kann man dieser Tatsache nicht ununterbrochen ins Auge schauen. Das hält kein Mensch aus. Camus möchte natürlich, dass wir nicht ausweichen, sondern mit der Absurdität leben. Weil der Mensch schwach ist und Trost und Zerstreuung braucht, gibt es die Kneipe als zweiten Teil. Als Ort der Begegnung, des gemeinsamen Trinkens, Rumlungerns, sich Tröstens, Träume Träumens, Diskutierens, Streitens, Lachens, Revolution Schmiedens. Die Kneipe lockt auch Leute an, die mit Kunst erstmal nicht so viel zu tun zu haben glauben.

ein Raum, zwei Teile:
Hinterhof:
3 Kanal Videoinstallation, animiertes Lustspiel mit offenem Ende, Loop, 7.40 min, mit Ton/Musik von mir, eine Interpretation des Klopslied von Kurt Weill
Material: Knete, raumbezogene Installation aus Pappe, auf Lattenkonstruktion, Höhe ca. 6m, Breite/Tiefe 5,50m/6m
Technik: 3 Beamer mit Weitwinkellinse, 3 Bright Sign Player, 3 Lautsprecher, Verstärker, Zubehör

Kneipe: bespielbar, Getränkeausschank; eigenes Layout der Bierdeckel, Getränkeetiketten, Servierschürze;
diverse „altdeutsches“ Mobiliar, Gardinen, 2 Türen, Wand aus Latten/Pappe, Schriftzug Acrylfarbe
ich selbst war als „Wirtin“/Servicekraft während der Öffnungszeiten der Kneipe vor Ort.